Final call - für Jeff Koons in Berlin – nur noch bis zum 8.2. kann man sich in der Neuen Nationalgalerie von Jeff Koons Skulpturen aus der CELEBRATION-Serie beeindrucken lassen.

Der erste Eindruck ist sogar kostenlos, denn er eröffnet sich bereits durch eine Umrundung des Baus von Mies van der Rohe, der für diese Ausstellung wie eine überdimensionale Glasvitrine wirkt. Mit dieser Distanz präsentieren sich Koons überdimensionale Objekte wie kleine Mitbringsel aus dem Museumsshop.

Gegen den Eintrittspreis, und mit der dann möglichen Annäherung an die Skulpturen, eröffnet sich zu dem die materielle Dimension der Werke, die beeindruckende Perfektion in der Oberfläche, der Form und Farbe – wodurch von den hochverchromten Objekten aus Stahl zweifelsohne eine besonders starke Faszination ausgeht.

 


Rechte an Photos innerhalb der Berichterstattung: Photographer Stefan Schwanitz für STSproduction - wenn nicht anders durch ein © gekennzeichnet. Urheber eines Gegenstandes der Berichterstattung werden im Titel der jeweiligen Installations-/Ansichten genannt.


Weitere Informationen www.koonsinberlin.org


Jeff Koons zählt gegenwärtig zu den international wichtigsten und erfolgreichsten Künstlern, und er steht wie kaum ein zweiter Künstler für den Kult des Künstlers in der Gegenwart: Spätestens seit den 1980er Jahren ist er mit Werkgruppen wie Banality (1988) oder Made in Heaven (1989 - 1993) auch durch die Inszenierung seiner selbst einem breiten Publikum bekannt geworden. Jeff Koons arbeitet mit dem allgemein verständlichen Zeichenmaterial der Populärkultur – mit dem Schrillen, Lauten, Bunten ebenso wie mit dem Verspielten und dem Kitsch – und stellt sich gleichzeitig deutlich in kunsthistorische Traditionen. So bezieht er sich unter anderem auf zwei der bedeutendsten Künstler der Moderne – Marcel Duchamp und Andy Warhol –ebenso wie auf die Formensprache und Bildtheorie des Barock und Rokoko. 

















Anlässlich der großen Ausstellungsreihe zum Kult des Künstlers sind in der Oberen Halle der Neuen Nationalgalerie 11 Skulpturen aus der Celebration – Serie von Jeff Koons zu sehen, an welcher der Künstler mit Unterbrechungen bereits seit 1994 arbeitet. Erstmals wird diese Reihe, die einmal aus insgesamt 16 Gemälden und 20 Skulpturen bestehen wird, in einem so großen Umfang präsentiert. Celebration‚ ‚die Feier’, übersetzt die Formensprache von Kinderspielzeug, Geschenkartikeln und Luxusgüter in großformatige Skulpturen und Gemälde von leuchtender Farbigkeit. In den hier gezeigten monumentalen Skulpturen verbindet der Künstler verschiedene, bereits in früheren Werkgruppen entwickelte Mittel miteinander: Die Inflatables der späten 1970er Jahre zeigen aufblasbares Kinderspielzeug wie Figuren und Blumen auf konfektionierten Spiegeln, in denen sich das farbige Bild der bunten Objekte vervielfältigt; in den 1980 Jahren gießt er in der Equilibrium-Serie unter anderem Gegenstände wie Schlauchboote oder Sauerstoffmasken in Bronze und führt ihren Gebrauchswert damit ad absurdum. Ebenfalls in den 1980er Jahren setzt er in Luxury and Degradation auch erstmals rostfreien, hochglänzenden Stahl ein.


Diese Komponenten – der Umgang mit aufblasbaren Gegenständen, die Auseinandersetzung mit Spiegelungseffekten und die Transformation von Alltagsgegenständen in Stahl kombiniert Koons in den Skulpturen der Celebration –Serie.

Als Koons mit dem Entwurf dieser Werkserie beginnt, folgt er zunächst dem Wunsch des

Londoner Galeristen Anthony d’Offay, einen Künstlerkalender zu gestalten. Schnell wird klar, dass die Fotografien für diese geplanten Kalenderbilder lediglich so etwas wie Vorstudien für eine Werkreihe sein würden, an der Koons seither mit einigen Unterbrechungen arbeitet.  Balloon Dog (Red), Diamond (Yellow) oder Hanging Heart (Violet / Gold) umgarnen die Betrachter förmlich mit ihren Reizen, den klaren Farben und dem Spiel der Effekte auf den hochglänzenden Oberflächen, die ihre Umgebung in verzerrten und vielfach gebrochenen Bildern reflektieren.


JEFF KOONS ZITATE

„I’ve made what the Beatles would have made if they had made sculptures. Nobody ever said that the Beatle’s music was not on a high level, but it appealed to a mass audience. That’s what I want to do.“

Jeff Koons in: Angelika Muthesius (Hrsg.): Jeff Koons, Köln 1992, S. 117


„My work embraces. That’s what is threatening to people, because it is looking for a direct

response; it ‚s looking to form a dialogue.“

Jeff Koons: The Jeff Koons Handbook, London 1992, p.35