Quelle Quelle Deichtorhallen –  Haus der Photographie:


Das Haus der Photographie in den Deichtorhallen zeigt die erste umfassende Retrospektive von Lillian Bassman (*1917) und Paul Himmel (1914 – 2009) . Über 75 Jahre waren die beiden Künstler ein Paar und haben parallel jeweils ein fotografisches Œuvre geschaffen, das bis heute an Modernität nichts einbebüßt hat.

Das Werk von Lillian Bassman besticht durch unglaubliche Eleganz und Stilsicherheit. Als langjährige Art Directorin bei Harper’s Bazaar hat sie in den 1940er bis 1960er Jahren maßgeblich nicht nur das Zeitschriftenlayout sondern auch die Modefotografie geprägt. Einen in den 1940er Jahren neuer Frauentypus - langgliedrig und schwanengleich – führte sie in ihre atmosphärisch aufgeladenen Szenerien in die Fotografie ein. Durch immer neue experimentelle fotografische Verfahren gab sie ihren Bildern einen besonderen Schmelz, der eine malerische Anmutung in die Schwarzweißaufnahmen brachte. „Was sie macht, hat eine geradezu magische Kraft. In der Geschichte der Fotografie ist es niemand anderem gelungen, diesen atemberaubenden Moment zwischen der Erscheinung der Dinge und ihrem Verschwinden sichtbar zu machen.“, sagte einmal ihr Freund, der berühmte Fotograf Richard Avedon.

bis 21.02.2010 - Lillian Bassman & Paul Himmel - Die erste Retrospektive -

Haus der Photographie in den Deichtorhallen – Hamburg

„Ich habe ein Lieblingsbild. Mein Liebling ist die Taucherin. Es ist die Art von Bild, die mich am meisten zufrieden stellt.“


© LILLIAN BASSMAN - Ohne Titel, aus der Serie: Wunder des Wassers, New York, 1959 -Silbergelatineabzug (Ausschnitt)


Auch Paul Himmels Werk ist geprägt von einer großen Experimentierfreude. Er arbeitete für Vogue, Harper’s Bazaar und viele andere Magazine. Fotografiegeschichte geschrieben haben vor allem seine Aufnahmen vom New York City Ballet aus den 1950er Jahren, die Bewegung nicht in Standbildern, sondern in wirbelnden Bewegungsstudien festhielt. Das Werk von Paul Himmel entwickelte sich in den darauf folgenden Jahren immer stärker zur freien Kunst. Die oft radikalen Experimente mit Über- und Langzeitbelichtungen waren schon bald ihrer Zeit derartig voraus, sodass er keine kommerziellen Auftraggeber mehr fand. Er beendete seine fotografische Karriere bereits 1969 und wurde erfolgreicher Psychotherapeut. Bekannt wurde er durch die Teilnahme an der von Edward Steichen kurierten, weltberühmten Ausstellung „The Family of Man“, die 1955 im Museum of Modern Art gezeigt wurde und auf deren Einladungskarte ein Werk von Paul Himmel zu sehen war.



© PAUL HIMMEL - portrait of a woman (BOTTICELLI girl / Patricia MacBride) - Fire Island - 1950s - Sibergelantineabzug

LILLIAN BASSMAN - the day - length dinner dress by DIOR, Barbara Mullen, the RITZ, Paris 1949 for HARPER´S BAZAR 1949 - reinterpreted 1994